Moderne Meinungsbildner: die neue Abhängigkeit der deutschen Marken

Branchen News, 28.11.08

Jupiter Studie: Verbraucherbeeinflussung auf dem Vormarsch

Verbraucherbeeinflussung ist in Deutschland auf dem Vormarsch – und schreibt dabei die Gesetze des digitalen Marketings neu: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Jupiter Research, die aufzeigt, wie das Internet eine neue Generation von – im Vergleich mit ihren Vorgängern – viel aktiveren und reaktionsschnelleren Online-Meinungsbildnern hervorgebracht hat.

 

Während ‚klassische Meinungsbildner’ passiven Einfluss auf die Meinung anderer ausüben, indem sie lediglich auf Ratsuchende reagieren, positioniert eine wachsende Anzahl ‚neuer Meinungsbildner’ aktiv Produktinformationen und Empfehlungen im Netz. In Deutschland agieren 24 % aller Online-Nutzer als aktive Online-Meinungsbildner gegenüber 15 %, die weiterhin klassisch passiv die Meinung beeinflussen. Dies ist umso signifikanter, als die Deutschen von allen Europäern am wenigsten häufig im Internet nach ihrer Meinung gefragt werden. Einfluss entsteht dort, wo Meinungsmacher die Initiative ergreifen. 

 

Eine von Synovate in Zusammenarbeit mit Microsoft zeitgleich und weltweit durchgeführte Studie erbringt weitere Belege für die Rolle junger Erwachsener in Deutschland als Meinungsbildner. In der Studie „Young Adults Revealed” verbreiten 74 % der 18- bis 24-Jährigen Deutschen regelmäßig Produktlinks und -informationen, während 22 % Werbe- und Marketingclips auf ihre Sites in sozialen Netzwerken hochladen. Der gleiche Prozentsatz lädt auch Produktbewertungen hoch.

 

Jupiter zufolge hat sich die Nutzung von Blogs, Message Boards und Online-Foren bei den Europäern allein im vergangenen Jahr verdoppelt. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2013 voraussichtlich 90 Millionen Europäer Inhalte der Online-Community nutzen werden. Im letzten Jahr waren es noch 57 Millionen. 63 % der europäischen Internetnutzer schenken der Meinung anderer Nutzer, die sie online einholen, heute mehr Vertrauen als den Werbe- oder Produktseiten.

 

Der Jupiter Bericht zielt darauf ab, die effektivsten Wege für Online-Marketinglösungen zu ermitteln, um neue Meinungsbildner aufzuspüren und ihren zunehmenden Einfluss zu nutzen.

 

E-Mail und Instant Messaging-Dienste erweisen sich als Schlüsselkanäle, da europäische Nutzer diese mit großer Wahrscheinlichkeit doppelt so häufig nutzen wie Blogs und Schwarze Bretter. Mit Branding versehene IM Symbole, wie sie beispielsweise über den Windows Live Messenger erhältlich sind, ermöglichen es dem Nutzer, seine Affinität zu einem Produkt zu zeigen, und initiieren Gespräche über die Marken. Der Bericht legt nahe, dass Social Marketer in Zukunft stärkeren Gebrauch von diesen Möglichkeiten machen werden.

 

Der gebotene Kontext ist dabei für Online-Händler und Produktrezensionsseiten entscheidend, wenn sie sich im Lager der Meinungsmacher etablieren wollen. Entsprechende Nutzerprofile tragen zu einer höheren Glaubwürdigkeit von Bewertungen bei. Die Meinungsbildner sollten animiert werden, umfassende und differenzierte Hilfestellungen zu geben, um die Sites interessant zu machen und ihnen in der großen Masse an Informationen im Internet eine gute Stellung zu verschaffen.

 

„An einen Freund weitersenden”-Features bieten eine exzellente Gelegenheit, meinungsbildendes Verhalten zu aktivieren, und erreichen Verbraucher, die als Zielgruppe für zukünftige Viral-Kampagnen herangezogen werden können. Auch E-Mails, die bestehenden Kunden die Möglichkeit geben, besondere Markteinführungen oder Rabatte weiterzuleiten, können dazu animieren, seine eigene Meinung weiterzugeben.

 

Hier lesen Sie die Artikel der Synovate Studie: Young Adults Revealed: