Verbraucher schätzen das Internet weit mehr als das Fernsehen

Branchen News, 02.01.09

Deutschlands Konsumenten steigen zunehmend vom Fernseher auf das Internet um

Das Internet ist der Medienkanal, den die deutschen Verbraucher am wenigsten missen wollten. Dies ergab eine neue globale Studie der britischen Telekommunikationsbehörde Ofcom. Das Ergebnis zeigt, in welchem Ausmaß das Internet den Fernseher als Medium bereits verdrängt hat. Dies hat Konsequenzen für die Wirksamkeit von Werbung.

 

Über die Hälfte der deutschen Verbraucher (51 Prozent) gaben an, dass sie das Internet von allen Medien am meisten missen würden und verwiesen das Fernsehen damit abgeschlagen mit 21 Prozent auf den zweiten Platz. Das Ergebnis der Studie bestätigte sich in ganz Europa.

 

Mehrere Ofcom-Ergebnisse belegen den Erfolg des Internets im Kampf um Aufmerksamkeit und Zeit der Verbraucher. Das Internet ist demnach ein wettbewerbsstarkes, eigenständiges Unterhaltungsmedium, z. B. stieg die Zahl der Online-Video-Konsumenten in Deutschland um 14 Prozent. Für fast ein Viertel (23 Prozent) aller deutschen Verbraucher ist es die Hauptquelle für aktuelle Informationen.

 

In allen untersuchten europäischen Ländern schalten die Verbraucher das Fernsehen aufgrund eines gestiegenen Internetkonsums weniger häufig ein. In Deutschland liegt der entsprechende Wert bei 26 Prozent. Das Ergebnis für das Media Stacking, also der parallelen Nutzung von Medien, belegt, dass das Internet auch dann noch Aufmerksamkeit bindet, wenn der Fernseher läuft. Fast drei Viertel (72 Prozent) der deutschen Verbraucher surfen bei laufendem Fernseher im Internet.

 

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass das Internet ständig mehr und gewaltige Anteile der Verbraucheraufmerksamkeit bindet. In Deutschland verbringt ein durchschnittlicher Verbraucher pro Woche 9,5 Stunden online, was ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2004 darstellt. Die Werbeausgaben für das Internet entwickeln sich entsprechend. Im Jahr 2007 konnte ein Plus von 4 Prozent verzeichnet werden. Es besteht aber durchaus Wachstumspotenzial, insbesondere wenn man der Verschiebung des Medienkonsums Rechnung tragen möchte.